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Warum bist du auch noch gegangen ... ?
Mein Kind ist einfach so gegangen, ohne ein Wort

Was muß ein Mensch alles ertragen, ohne den Verstand zu verlieren.

Ich habe lange überlegt, ob ich mich bei Euch anmelde, aber irgend etwas muß ich tun, um nicht verrückt zu werden. Ich bin 39 Jahre, habe zwei eigene Kinder (17 und 15) und 2 (22 und 20), die mein Lebenspartner mit in die Beziehung gebracht hat. Vor 22 Jahren verstarb mein geliebter Vati an Krebs. Da kam ich mit dem Tod das erste mal in Berührung. Da ich mitten in meinen Abschlußprüfungen meiner Schule steckte, verdrängte ich meinen Schmerz. Zu diesem Zeitpunkt war ich schon mit meinem 1. Mann zusammen. Nach meiner Lehre heirateten wir, bekamen 2 wundervolle Jungs und bauten uns ein Heim. Doch es ging nicht gut mit meiner Ehe. Ich zog mit meinen Kindern November 2003 dann in eine andere Wohnung und da fing alles an.

Am 27. 12. 2003 bekam ich einen Anruf, der mein Leben total auf den Kopf stellte. Mein 1. Mann hatte sich das Leben genommen. Es stürzte soviel auf mich ein. Wie sage ich es meinen Kindern, wie werden sie es verkraften ? Seitdem mache ich mir Vorwürfe. Wenn ich nicht gegangen wäre, würde er vielleicht noch leben. Ich gebe mir die Schuld. Aber es sollte noch nicht das Schlimmste in meinem Leben sein. Damals stand mir mein heutiger Lebenspartner sehr zur Seite und half mir wo er kann. Im Jahr darauf zogen wir zu ihm. Die Kinder fanden in ihm einen neuen Vati und ich einen sehr, sehr lieben Mann. Ich dachte, nun ist die Welt wenigstens wieder halbwegs in Ordnung. Ich ging mit meinen Kindern zu Psychologen, um das Geschehene zu verarbeiten.

Philipp (mein großer Sohn) blockte aber ab. Er wollte nicht reden, sooft ich es auch versuchte. Er war in dieser Zeit so erwachsen geworden. Ich stürzte mich in die Arbeit, um zu vergessen. Doch die Schuldgefühle blieben. Man steht früh mit der Schuld auf und geht abends damit ins Bett. Am Tag verdrängte ich das alles durch meine Arbeit. Dann verlor ich in kurzen Abständen meine beiden Omas und meinen Opa.
Das Loch wurde immer größer. Warum müssen geliebte Menschen gehen. Dazu kam, daß meine Jungs in die Pupertät kamen und damit auch die Probleme. Im November 2009 zog ich mich dann zurück, nahm bis zu 7 kg ab und hatte keinen Spaß mehr. Doch ich biss mich durch und es ging langsam wieder aufwärts, dachte ich jedenfalls, denn binnen 3 Tagen ist mein Leben total aus den Fugen geraten. Am 13.11.2010 verstarb mein Exschwiegervater nach kurzer schwerer Krankheit. Ich habe mich mit um die Formalitäten gekümmert. Da habe ich zum ersten Mal einen Toten gesehen, denn wir haben uns nocheinmal von ihm verabschiedet.

Als ich nach Hause kam mußte ich es den Jungs sagen. Es war so schwer. Philipp nahm dies besonders mit. Er wollte aber trotzdem am Abend zu seiner Freundin zum Geburtstag. Ich ließ ihn gehen, denn ich hoffte, daß es ihn etwas ablenken konnte. Was ich jedoch nicht wußte, daß er mit seiner Freundin Streß hatte. Er sagte zwar mal, daß sie eine Auszeit hätten, aber das ist ja immer mal. Da er aber zum Geburtstag zu ihr ist, dachte ich, es ist alles wieder in Ordnung. Er hatte eine Überrraschung für sie vorbereitet, was ich ganz süß fand, doch es sollte anders kommen. Mein Lebensgefährte holte ihn am Sonntag dann ab, denn er schlief beim Kumpel.

Am Abend ist er noch mit seinen Freunden Essen gefahren. Er war wie immer. Dann fing die neue Woche an. Wir gingen auf Arbeit und die Kinder in die Schule. Ich war den ganzen Tag aber irgendwie unruhig, bezog es aber auf den Tod meines Exschwiegervaters. Es mußte noch soviel organisiert werden für die Beerdigung. Am Nachmittag, als wir nach Hause kamen, war wie immer keiner da. Unser Jüngster kam dann mal heim, aber Philipp nicht. Wir dachten, er wäre bei einem Freund. Ich kümmerte mich um die Kranzbestellungen für die Beerdigung. Dann machte ich Abendbrot. Zwischendurch versuchte ich Philipp zu ereichen, aber er ging nicht an sein Handy. Das machte mich schon verrückt und total unruhig. Wir aßen dann. Tobias unser Jüngster, mußte dann Philipps Kumpels anrufen. Vielleicht wußten sie, wo er war, doch keiner wußte was. Ich versuchte indess, Philipps Freundin ans Handy zu bekommen. Sie hatte aber eine Schulung. Ich wurde immer nervöser, denn er ging immer noch nicht ans Handy.

Dann war es vorbei. Ich mußte ihn suchen. Tobi und ich gingen als erstes zum Wald hoch. Irgendwie war es Eingebung, daß wir gerade da lang sind. Doch auf einmal hörten wir Philipps Handy und wir freuten uns daß er kommt.

Doch was wir dann sahen, wünsche ich nichtmal meinem schlimmsten Feind. Da die Handymelodie immer lauter wurde, sind wir weiter gegangen. Sie kam aus dem Schuppen. Ich leuchtete hinein und schrie auf, denn da hing mein geliebter Philipp. Tobi schrie auch auf und rannte nach unten.

Mein Lebensgefährte zog mich weg und ich schrie und schrie. Auf einmal waren viele Leute da. Seitdem halten mich nur noch unsere Kinder und mein Lebensgefährte am Leben. Es ist alles so sinnlos geworden. Warum habe ich nicht besser auf ihn aufgepaßt. Ich trage nun noch eine Schuld mehr mit mir rum. Ich weiß nicht wie es weitergehen soll. Der Schmerz und die Sehnsucht zu meinem Sohn sind so groß.
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