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Warum oder Wozu
Schon oft habe ich hier auf den Seiten berichtet, daß ich meinen Mann und meinen Sohn durch einen Verkehrsunfall verloren habe. Aber über all den Schmerz gibt es Dinge zu berichten, welche sich um den Unfall herum und danach ereignet haben, daß ich dann im nachhinein doch sagen konnte, wozu hat es gedient. Irgendwann kommt man an einen Punkt, da sagt ist die Meinung, Warum ich schon wieder, was hast du nur verbrochen, daß es dich schon wieder trifft, hast du nicht schon genug zu tragen???? Aber wie hatte unser damaliger Bez.Apostel in Ruhe zu mir gesagt, wenn wir beim Vater sind, dann werden wir nichts mehr fragen.
Mein Sohn erkrankte mit 11 Monaten an Leukämie. Dazu befand er sich mehrere Monate in Berlin in der Klinik. Das ist die kurze Vorgeschichte. In der Wendezeit erschien in einer Berliner Tageszeitung ein Spendenaufruf für russ. Leukämiekinder, welche auf der Station behandelt wurden, aber durch Gesetzesänderungen eigentlich die Behandlung dieser Kinder hätte abgebrochen werden müssen. Da ich diese Station dort ja kannte, bin ich dort hingefahren und habe Kontakte geknüpft. Daraus ist dann eine sehr intensive Arbeit geworden, einige dieser Kinder und Familienangehörigen konnten dann in der Heimat versiegelt werden. Aber was hat das mit dem Unfall zu tun. Zu einer Frau und der Tochter hatte ich vom ersten Tag an intensiven Kontakt. Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus eine intensive Freundschaft, sie hält bis heute an. Die Tochter war in dem selben Alter wie mein Sohn. Sie stammten aus der Ukraine und zu Hause waren noch der Sohn und der Vater. Diese beiden kamen dann auch nach Deutschland und waren ca. 1 1/4 Jahr noch mit hier. Mein Mann und der Ukrainer waren ebenfalls ein Herz und eine Seele, sie waren sehr viel bei uns zu Hause und kamen auch mit in den Gottesdienst. Nach dem Gottesdienst fand dann oft noch ein "zweiter" Gottesdienst statt da der Mann viele Fragen stellte. Am 12.12. wollte uns diese Familie ebenfalls besuchen, da am 13.12. ein Weihnachtssingen in der Gemeinde stattfand und diese Familie gern dabei sein wollte. Mein Mann und mein Sohn holten sie mit dem Auto vom Nachbarort vom Bahnhof ab und verunglückten dabei. Der Platz meines Sohnes war der einzige Platz der nicht beschädigt im Auto war. Aber mein Mann und mein Sohn überlebten nicht. die Ukrainische Familie - 4 Personen- alle. Das bewegendste daran war, das der Sohn der Familie, vom Menschenverstand her betrachtet, nicht hätte überleben können, denn auf seinem Platz lag die Rückenlehne vom Sitz meines Mannes, aber er hatte nicht einen Kratzer, gar nichts. Als ich das Auto sah, dachte ich nur, das geht gar nicht!!!! Aber ich hatte den lebenden Beweis gehabt.
Ja und heute. Diese Familie ist dann in die Ukraine zurückgegangen, wurden nach ein paar Jahren alle versiegelt und der Mann hat eine kleine Gemeinde aufgebaut und dient dort als Priester, unsere liebe Schwester ist für die Kinderarbeit zuständig, die Tochter studiert Sprachen und dolmetscht bzw. kümmert sich um die Chorarbeit und der Sohn unterstütz seinen Vater, wenn er zu Hause ist, da er auch zur Zeit studiert.
Soll ich da noch Fragen Warum????
Aber um da hin zu kommen, war es ein langer Weg. Der Unfall ereignete sich fast 15 Jahren, aber die Ereignisse darum bewegen mich immer noch sehr.
Ich habe dieses Erlebnis aufgeschrieben um Mut zu machen.
Barbara
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